Die Stabkirche von Heddal
Montag 25. Aug. 2025
Beim Vøringsfossen
Wir verlassen den Camping heute wieder. Das Beste ist seine schöne Lage. Die Infrastruktur genügt leider nicht. Duschen und WC sind viel zu wenig und in einem miserablem Zustand. Wenn der Platz voll ist, würde ich ihn nur autarken Wohnmobilen empfehlen.
Unser erster Stop erfolgt in Eidsfjord. Wir müssen wieder einmal einkaufen. Danach wandern wir ein wenig im Ort umher und entdecken eine super Bäckerei. Tolle Sachen haben die hier. Wir kehren selbstverständlich ein und verzehren die Leckereien draussen im Garten an der Sonne.
Danach fahren wir hinauf zu Vøringsfossen. Wir waren schon mal hier aber hier fahren wir nicht vorbei ohne anzuhalten. Es hat hier immer sehr viele Leute was aber nicht sonderlich stört. Die Aussichtsterrassen und Stege sind grosszügig ausgebaut worden. Für uns ist das einer der schönsten Wasserfälle in Norwegen. Wobei wir längst nicht alle kennen.
Danach fahren wir weiter. Helene entdeckt ein Stück weit weg von der Strasse einen grossen Parkplatz beim Sysvatn Staudamm. Es hat keine Camper Verbotsschilder. Also bleiben wir hier. Tagsüber hat es aber ziemlich viel Betrieb. Scheint sowas wie ein obligatorischer Fotospot zu sein. In Google hat es zwar keinen Eintrag und doch scheinen ihn sehr viele Touristen zu kennen. Wir wandern 2 Std. lang auf die umliegenden Hügel und sehen uns den Betrieb von oben an. Gegen Abend treffen ein paar weitere Camper ein aber es wird nun ziemlich ruhig.
Morgen werden wir uns hier auf der Hochebene einen anderen Platz suchen und einen weiteren Tag verbringen. Danach sieht der Wetterbericht düster aus.
Übernachten
Ort: Freistehplatz
Typ: PP beim Staudam Sysvatn
Koordinaten: 60.4002 7.3920
P4N: Norway-5785
Dienstag 26. Aug. 2025
Via Geilo wieder hinunter in Richtung Kongsberg
Wir verlassen unseren Übernachtungsplatz und tingeln gemütlich weiter auf der RV7 über das riesige Plateau der Hardangervidda. Die Strasse ist offenbar neu gemacht worden, seit wir das letzte Mal da waren. Ab und zu machen wir einen Stop und ich lasse die Drohne fliegen.
In Geilo besuchen wir den örtlichen Sport Outlet. Dort hat es aber zum Glück für die Kreditkarte nichts was uns wirklich interessiert. Offenbar billiger Plunder der speziell für den Outlet gemacht wurde. Abgesehen von einem Café mit hervorragendem Gebäck gibt es in Geilo nichts sehenswertes. Es ist ein typischer Skiort der im Sommer absolut langweilig ist.
Von Geilo fahren wir auf der 40 wieder in Richtung Süden. Die Strasse führt nach Kongsberg. Wir fahren über mehrere Hochebenen mit ihren Skiresorts. Um diese erstrecken sich immer Ferienhaus Siedlungen wie Krebsgeschwüre über die Landschaft. Sie sehen trotz der Grassodendächer nicht wirklich schön aus. Gebaut wir weiterhin. An Platzmangel leiden die Norweger ja nicht.
Etwa 30 km vor Kongsberg finden wir einen schönen gemütlichen CP. Wir bleiben für die Nacht hier. Für Morgen ist für weite Teile mieses Wetter angesagt, das über eine Woche anhalten soll. Mal sehen, ob wir dem entfliehen können wenn wir wieder nordwärts fahren.
Übernachten
Ort: Flesberg
Typ: Camping Haugen
Koordinaten: 59.8596 9.4311
P4N: Norway-3620
Mittwoch 27. Aug. 2025
Im Silberbergwerk
Heute hat es wieder einmal mehrere Anläufe gebraucht bis wir einen Übernachtungsplatz gefunden haben. Der erste offizielle Platz war offenbar geschlossen. Es war nirgends ein Hinweis über die Zahlungsmodalitäten zu finden. Nur eine VIPPS Nr. war auf dem Info Schild. VIPPS ist eine Art norwegisches Twint und für nicht Norweger nicht zugänglich. Danach hatte es an der Route nur noch Freistehplätze und da sind wir wählerisch. Nun stehen wir an einem gar nicht so üblen Platz. Er erfüllt zwar nicht alle unsere Anforderungen aber es ist schon 17.30 und wir mögen nicht mehr weiter suchen.
Am Morgen sind wir zuerst auf Nebenstrassen nach Kongsberg gefahren. Dort gibt es ein Silbermuseum. Die Besichtigung beginnt mit einer 15 Min. dauernden Fahrt in der alten Grubenbahn. Das Schütteln ist so stark, dass ein Schild an der Kasse schwangeren Frauen von der Fahrt abrät. Die Ohrenstöpsel, die man an der Kasse erhält, sollte man einsetzen. Der Lärm der Bahn ist enorm. Infos zur Mine habe ich an das Ende des Berichts gestellt.
Danach fahren wir wieder gegen Norden. Das Wetter heute ist seit langem wieder trüb und regnerisch. Bei Åmot wechseln wir auf die 287. Sie führt, immer dem Fluss Storelva entlang durch eine abwechslungsreiche Landschaft bis wir dann am späten Nachmittag einen Platz für die Nacht suchen.
Übernachten
Ort: Am Eggedalsvegen
Typ: Freistehplatz
Koordinaten: 60.3866 9.1909
P4N: Norway-3539
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Die Silbermine in Kongsberg, Norwegen, ist eine der ältesten und bedeutendsten Silberbergwerke Europas, die von 1623 bis 1958 nahezu durchgehend in Betrieb war. Die Mine prägte nicht nur die wirtschaftliche Entwicklung Norwegens, sondern führte auch zur Gründung der Stadt Kongsberg im Jahr 1624.
Geschichte der Silbermine
Die ersten Silberfunde wurden 1623 am Fluss Numedalslågen entdeckt.
Bereits 1624 gründete König Christian IV. von Dänemark-Norwegen die Stadt Kongsberg, um den Bergbau zu fördern. Zu Beginn dominierten deutsche Bergleute (vor allem aus Sachsen und dem Harz) den Betrieb, weshalb viele der Gruben deutsche Namen erhielten.
Wirtschaftliche Bedeutung und Ausbeute
Die Mine gilt als das größte norwegische Unternehmen der vorindustriellen Zeit. Sie verfügte über mehr als 1000 km Stollen und rund 300 Schächte.Über die gesamte Zeit wurden offiziell etwa 1.350 Tonnen Silber gefördert. Die jährliche Ausbeute lag bei durchschnittlich 2 bis 12 Tonnen Silber.
Zu ihrer Blütezeit im 18. Jahrhundert arbeiteten über 4.200 Menschen direkt im Bergbaukomplex. Weitere 2.000 Personen waren indirekt durch Forst- und Pferdearbeiten beschäftigt.
Geologie und Technik
Die Silberlagerstätte ist eine magmatogen-hydrothermale Ganglagerstätte mit metallhaltigen Imprägnationen. Das wichtigste geförderte Erz war gediegenes Silber.
Die Hauptgrube, die Königsgrube (Kongens gruve), wurde auf über 1.000 Meter Tiefe getrieben.
Bedeutung für Kongsberg und NorwegenDer Bergbau führte zum wirtschaftlichen Aufschwung in der Region und zur Technologieförderung, etwa durch die Gründung eines Bergseminars und der ersten technischen Hochschule Norwegens 1757.Die königliche Münze wurde ebenfalls von Akershus nach Kongsberg verlegt.Besonders in den 1830er Jahren finanzierten die Erträge des Silberbergwerks knapp 10 Prozent des norwegischen Staatshaushaltes.
Einstellung und heutige Nutzung
1958 wurde der Silberbergbau endgültig eingestellt. Heute sind die Stollen als technisches Kulturdenkmal geschützt und für Besucher im Rahmen von Führungen zugänglich.
Die Kongsberger Silbermine ist somit ein herausragendes Beispiel für die industrielle und soziale Entwicklung Mitteleuropas in der frühen Neuzeit und bleibt eine bedeutende historische Sehenswürdigkeit.
Donnerstag 28. Aug. 2025
Spontane Entscheidung
Heute starten wir einmal mehr sehr gemächlich. Das Wetter ist trüb und es regnet leicht. Auf das Morgenessen verzichten wir und fahren stattdessen gemütlich nach Gol. Dort hat es gemäss Google eine Bäckerei. So sitzen wir nach einer ½ Std. im Café der Bäckerei bei Kaffee und Kanelbulle (Helene) und Sandwich (ich). Danach fahren wir weiter auf der 52 nach Borlaug, dort wechseln wir auf die E16 bis Tinkrysset. Dort habe ich dann die Idee wir könnten doch noch zum Vettisfossen gehen. Dabei habe ich aber völlig vergessen, dass das aber eine längere Wanderung ist.
Wir entscheiden uns spontan den Abstecher zum Vettisfossen zu machen. Zum Glück wissen wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht was auf uns zukommt. So biegen wir ab auf die 53 die uns nach Øvre Årdal bringt. Dort biegen wir ab in ein kleines Seitental und fahren bis zum Parkplatz. Den grossen Hjellefossen sehen wir bereits von hier aus. Nun klärt uns ein Schild auf, dass es bis zum Vettisfossen 4.5km sind. Nun dämmert es mir langsam was ich bei der ganzen ausser Acht gelassen habe. Es ist schon 14 Uhr, wir denken aber dass das in 3 Std. zu schaffen ist. Nach ein paar hundert Metern kommt ein weiteres Schild. Nun sind es schon 6.5km. Nun schaue ich mir doch das ganze zum ersten Mal auf der Karte an. Zu den total 13km kommen noch etwa 360 Hm dazu. So wird es inkl. Zeit für das Fotografieren vermutlich 19.30 werden bis wir wieder zurück sind. Wir beschliessen die Wanderung trotzdem zu machen. Dies vor allem weil das Wetter morgen nochmals schlechter werden soll.
Die Wanderung ist landschaftlich wunderbar. Wir wandern einem türkisfarbenen Fluss entlang. Immer wieder hat es schöne Wasserfälle. Gegen Ende hat es eine kurze Steigung hinauf zu einem alten Hof, dann geht es steil hinab und dann sind wir auch schon fast da.
Der Wasserfall stürzt in einen engen Kessel hinab. Leider hat er nicht so viel Wasser wie auf den Bildern, die vermutlich alle aus dem Frühsommer stammen. Trotzdem sieht er gut aus.
Wir versuchen ein paar schöne Bilder zu machen. Ich möchte dann auch noch einen Blick in den Kessel werfen. Dazu muss ich den Bach queren, was nicht ganz so einfach ist und dann durch mühsames Gelände hochsteigen. Wirklich gelohnt hat es sich nicht aber es gab doch noch ein Bild aus einer anderen Perspektive. Irgendwann müssen wir aber den Rückweg antreten der sich ziemlich zieht. Um 19 Uhr sind wir dann zurück bei der Zora. Eine halbe Stunde früher als gedacht. Wir fahren zum Camping weiter unten und bleiben sicher für die Nacht dort.
Übernachten
Ort: Utladalen
Typ: Camping
Koordinaten: 61.3251 7.8508
P4N: Norway-6884
Freitag 29. Aug. 2025
Ruhepause
Heute kommen wir zur Ruhe. Wir bleiben heute auf dem Camping stehen. Gestern Abend war es zu spät um noch einen Bericht zu schreiben und Fotos zu entwickeln. So erledigen wir das heute. Die restliche Zeit schmieden wir Pläne und liegen faul in der Zora und hören dem Regen zu.
Übernacht
Ort: Utladalen
Typ: Camping
Koordinaten: 61.3251 7.8508
P4N: Norway-6884