Woche 6

Skocjanske Jame

20. Mai 2024, Montag

In den Untergrund

 

Wir verlassen Piran. Es hat uns am Ende ganz gut gefallen. Der SP, es war derjenige bei der Pizzeria und nicht der der zum Camping Fiesa gehört, war ganz ok. In P4N sagen zwar alle man solle den anderen nehmen. Dort hat man ein wenig mehr Platz aber er ist ziemlich schief. Ausgleichen kann man das auch mit Keilen nicht. Wir standen zwar sehr eng dafür aber gerade. Für die Stühle zum draussen sitzen hat es gerade noch gereicht. Mit 35 Euro ist der Preis für Piran noch günstig. So nahe an Piran gibt es nichts besseres.

Beim Wegfahren erwischen wir die falsche Strasse. Sie hat ein Camperverbot Signalisation. Ich denke aber das wird schon gehen. Die Strasse wird bald sehr schmal und ist auch ordentlich steil. Zum Glück haben wir keinen Teilintegrierten. Damit wären wir wohl hängen geblieben.

Wir fahren nun zur Grotte von Skocjan. Die soll auch sehr schön sein. Der erste Teil ist geführt, den zweiten Teil kann man alleine gehen. Der zweite Teil ist auch nicht mehr komplett in der Höhle. Organisatorisch könnte man hier noch einiges verbessern. So sind meiner Meinung nach die Gruppen viel zu gross. Die Erklärungen des Guides kann man hinten in der Schlange nicht mehr hören. Die Wege sind schmal und steht der Letzte in der Kolonne schon mal 50m vom Guide weg.

Zu Beginn bin ich von der Höhle ein wenig enttäuscht. Aber klar, nach Postojna hat es jede Höhle schwer. Postojna ist so reich an Formationen und ist so gigantisch, dass Vergleiche schwer sind. Skocjanske hat nicht so eine Fülle an Sehenswürdigkeiten. Dafür hat sie etwas mystisches geheimnisvolles. Vor allem bei der Brücke kommt das gut zur Geltung. Ich bin der Meinung, dass man sich beide ansehen soll.

Nach drei Std. sind wir wieder am Eingang. Es regnet schon leicht und der Donner des nahenden Gewitters ist schon zu hören. Wir setzen uns draussen ins Restaurant unter den überdachten Teil. Kaum sind wir da legt das Gewitter los. Schnell sind die Känel der Dächer voll und das Wasser stürzt in Bächen in den Innenhof. Wir haben wieder einmal Glück gehabt. Die Führung um 14 Uhr hat es vermutlich erwischt. Vom Meetingpoint bis zum Eingang der Höhle ist man 15 Min. unterwegs. Die sind vermutlich alle pitschnass am Höhleneingang angekommen.

Die Nacht verbringen wir auf einem neuen SP ganz in der Nähe. Besonders attraktiv ist er nicht gelegen, liegt er doch gleich an der Hauptstrasse. Dafür hat er eine vernünftige V/E.

Morgen fahren wir weiter in das Soca Tal.

 

Übernachten

Ort: Divica

Typ: SP Divica

Koordinaten: 45.6786 13.9706

Bemerkung: Neuer SP, 8 Plätze, V/E, 10 Euro nur mit KK

21. Mai 2024, Dienstag

Lange Fahrt durch das Tal der Soca

 

Heute Morgen regnet es in Strömen und jetzt am späten Nachmittag, wo ich wieder am Laptop sitze, prasselt der Regen immer noch auf das Dach der Zora. Und ja „prasselt“ ist das richtige Wort, es regnet nicht es schüttet. 

Dazwischen liegt eine lange Fahrt. So lange sind wir bis jetzt in Slowenien noch nie an einem Tag unterwegs gewesen. Die Fahrt durch das Tal der Soca bei solchem Mistwetter ist natürlich nicht das Gleiche wie bei optimaleren Bedingungen. Aber die Soca strahlt auch bei Regen mit einem satten türkisgrün. Der Fluss ist offenbar fest in der Hand der Kajakfahrer. Vor allem im oberen Teil sind alle PPs entlang des Ufer mit Autos der Kanufahrer besetzt. Wieder fragen wir uns, wie das wohl in der Saison bei schönem Wetter hier zugeht, wenn es schon bei diesem Mistwetter soviel Personal auf dem Fluss hat.

Wir machen Halt für die Nacht beim Camping Trenta. Karin und Christian waren im letzten Herbst auch schon hier. Der Platz ist fast leer. Ein paar einzelne Camper stehen herum. Wir können uns einen Platz aussuchen und stehen jetzt direkt am Ufer der Soca. So wie es aussieht bleiben wir morgen Mittwoch noch hier und machen je nach Wetter eine kürzere oder länge Wanderung.

PS. Zwei Foto wurden durch die Scheiben der Zora  während der Fahrt gemacht ;-)

 

Übernachten

Ort: Trenta

Typ: SP Trenta

Koordinaten: 46.3889 13.7476

Bemerkung: 45 Plätze, schön gelegen neben der Soca

22. Mai 2024, Mittwoch

Zur Quelle der Soca

 

Der Tag beginnt gut. Am Himmel sehen wir einen blauen Flecken. So brechen wir bald zur Wanderung auf. Wir wollen zur Quelle der Soca. Nach 5 Min. möchte ich mein erstes Foto schiessen. Nichts tut sich, kein Akku im Fotoapparat. So muss ich zur Zora zurück, das Etui mit den Akkus holen.

Wir wandern am orografisch rechten Ufer der Soca talaufwärts. Es tun sich immer wieder schöne Stellen für ein Foto auf. Ab und zu verlassen wir die Route um einen Wasserfall zu fotografieren. Ein kurzes Stück des Weges verläuft der Passstrasse entlang. Der Strassenverkehr ist aber so minimal, dass das keine grosse Unannehmlichkeit ist.

Irgend wann später treffen wir beim PP unterhalb der Socaquelle ein. Ein einfacher Wanderweg führt hinauf zur Quelle. Das ist aber trügerisch. Bald wird es sehr steil. Ein Drahtseil sichert den Weg. Die letzten 50m sind dann meiner Meinung nach nicht mehr für jedermann geeignet. Waagrecht führt das Drahtseil nun nach einer Ecke an einer nassen glitschigen Wand entlang bis zur Höhle, wo die Soca schon mit viel Wasser und Wucht heraus fliesst. Rutscht man hier aus und lässt das Seil los ist das wohl die letzte Tat im Leben. Ein paar Meter weiter unter den Füssen rauscht die Soca reissend durch den steilen Känel. Ein Halten gibt es dort nicht.

Wir haben Glück, dass nur noch ein weiteres Paar an der Stelle ist, als wir ankommen. Als wir zurück ums Eck kommen, treffen gerade ungefähr 15 Personen ein. Wir sind froh treffen wir die nicht weiter hinten.

Wir wandern wieder den gleichen Weg zurück. Das geht nun schneller. Die Fotos haben wir schon auf dem Hinweg gemacht. Unser Timing stimmt mal wieder perfekt. Kaum sind wir bei der Zora auf dem CP eingetroffen und haben unser Material verstaut, beginnt es wie auf Kübeln zu schütten.

 

Übernachten

Ort: Trenta

Typ: SP Trenta

Koordinaten: 46.3889 13.7476

Bemerkung: 45 Plätze, schön gelegen neben der Soca

23. Mai 2024, Donnerstag

Der Soca entlang

 

Wir sind immer noch auf dem CP Trenta. Jetzt in der Nebensaison sind von den 45 Plätzen nur deren 8 besetzt. 

Wir wandern heute wieder der Soca entlang. Dieses Mal aber Tal auswärts. Das Wetter ist nicht mehr so schön wie gestern. Durch schönen idyllischen Wald gehen wir über mit Wurzeln gespickter Wege. Weil alles sehr nass ist, muss man aufpassen dass man nicht plötzlich auf dem Hosenboden landet. Am frühen Nachmittag sind wir bereits wieder zurück.

Wir besorgen uns beim Platzwart zwei Stücke selbst gemachten Kuchen und lassen es uns erst einmal gutgehen. Danach bereite ich eine neue Füllung für unsere BioToi Toilette vor. Die wird vermutlich bis zum Ende der Reise reichen.

Während ich hier schreibe, beobachte ich so neben her was sich so auf dem Platz abspielt. Die Plätze der Soca entlang sind eigentlich von Camper die längs zu Ufer stehen belegt. Es treffen gerade 4 Neuankömmlinge nacheinander ein. Es hat noch massenweise schöne gerade Plätze etwa 15m vom Ufer entfernt. Aber alle quetschen sich noch in die letzten Lücken, so dass die Autos gerade vielleicht noch 1 Meter auseinander sind. Den Vogel abgeschossen hat derjenige der fast ¼ Std. manövriert bis er endlich drin war. Wir haben gelernt die Zora immer so im Gelände hinzustellen, dass uns keiner zu nahe kommen kann.

Morgen geht es weiter in Richtung Kranjska Gora, vermutlich nach Planica zu den grossen Skisprung Schanzen.

 

Übernachten

Ort: Trenta

Typ: SP Trenta

Koordinaten: 46.3889 13.7476

Bemerkung: 45 Plätze, schön gelegen neben der Soca

24. Mai 2024, Freitag

Bei den Skispringern

 

Noch ein Nachtrag zu gestern Abend. Ich hatte ja geschrieben, wir würden uns immer so hinstellen, dass uns keiner zu nahe auf die Pelle rücken könne. Wir mussten zur Kenntnis nehmen, dass dem nicht so ist. Da ist doch tatsächlich ein junges Paar mit ihrem Kastenwagen rückwärts so nahe an unsere Seite gefahren, dass er gerade noch seine Hecktüren aufmachen konnte. Leider habe ich nicht sehr souverän reagiert, meine cholerische Seite hatte die Oberhand gewonnen und es gab eine lautstarke Auseinandersetzung. Für mich ist einfach unbegreiflich, dass man sich auf einem nahezu leeren Platz so dicht an andere Wohnmobile stellt. Wir haben am Ende den Platz gewechselt. 

Der Platzwart war auch keine grosse Hilfe. Er meinte einfach, jeder könne sich hinstellen wo er wolle. Den Platz werden wir sicher nicht mehr anfahren.

Nach dem leidigen Thema nun zum heutigen Tag. Wir fahren heute über den 1611m hohen Vrsic Pass.

 

Wikipedia: Der Vršičpass ist der höchste für den allgemeinen Kraftverkehr befahrbare Gebirgspass Sloweniens und stellt die Verbindung zwischen Kranjska Gora und dem Dorf Trenta im Soča-Tal her. Der Pass bildet die Wasserscheide für Soča und Save.

 

Der Pass ist steil und die Kurven eng. Mit der Zora ist es aber kein Problem. Wir machen einen Stop bei einem schönen Aussichtspunkt und später auch auf der Passhöhe. Die Fahrt hinunter nach Kranjska Gora ist in einem bedeutend schlechteren Zustand als auf der Seite des Soca Tals. Viele Kurven sind noch gepflastert. Bei der russischen Kapelle legen wir den letzten Stop ein. Sie wurde zu Ehren der russischen Kriegsgefangen, die Strasse 1915 gebaut haben, erstellt. Viele von ihnen kamen während des Baus ums Leben.

In Planica dominiert die riesige Skisprung Anlage die Szene. Auf den kleineren Schanzen sind ein paar Jungspunde am üben. Der SP ist ok. Wir haben genug Zeit eine kleine Wanderung fast bis zum Talschluss zu unternehmen. Es ist ein kurzes Trogtal mit Felswänden auf beiden Seiten. Beim Rückweg kehren wir noch in einer Berghütte ein bevor wir zur Zora zurück wandern.

 

Übernachten

Ort: Planica

Typ: SP Planica

Koordinaten: 46.4771 13.7250

Bemerkung: 60 Plätze, V/E

25. Mai 2024, Samstag

Kleinod gefunden

 

Wir verbringen eine ruhige Nacht auf dem SP in Planica. Bevor wir losfahren bringen wir alles wieder einmal in Ordnung. Das BioToi wird neu aufgesetzt. Grauwasser und Urintank geleert und auch der Wassertank wird voll gemacht. Auch die Teppiche werden ausgeklopft und der Boden gewischt. Danach fahren wir gemütlich über Landstrassen nach Jesenice in den Hofer (Aldi). 

Das nächste Ziel ist nun das Städtchen Skofja Loka. Wir haben gestern eine Slowenin beim Wandern getroffen und sie hat uns empfohlen den Ort anzusehen. Die haben dort gleich neben der Altstadt auf einem PP extra Wohnmobilplätze ausgeschildert. Wir stellen die Zora dort ab und sehen uns den kleinen schmucken Ort an. Die Empfehlung ist gerechtfertigt. Uns gefällt es hier. Einziger Wermutstropfen sind die grossen Bauarbeiten in einer schönen Gasse. Da werden neue Leitungen in den Boden verlegt. In einer kleinen Beiz verweilen wir längere Zeit bei Glacé und Espresso und geniessen die entspannte Atmosphäre.

Mitte Nachmittag fahren wir weiter und erreichen schon nach einer ¼ Std. unseren Übernachtungsort. Es ist ein B&B mit einem grossen Garten indem wir unter Obstbäumen parkieren können. Wir werden sehr freundlich empfangen. Ob wir Morgen hierbleiben oder weiterfahren wird vom Wetter abhängen. Wir werden sehen.

 

Übernachten

Ort: Mavcice

Typ: Bei B&B im Obstgarten

Koordinaten: 46.1906 3739

Bemerkung: keine V/E, nur Toilette

26. Mai 2024, Sonntag

Einzigartige Alp

 

Nach einer ruhigen Nacht erleben wir einen schönen Morgen. Den Kaffee trinken wir in der Zora. Draussen hätte es eine Jacke gebraucht. Die Schiebetüre haben wir aber weit offen und so hören wir die singenden Vögel und die klappernden Störche im angrenzenden Feld trotzdem.

Wir beschliessen in das Tal der Kamniske Bistrica zur Seilbahn zu fahren. Diese führt hinauf zu Alp Velika Planina. Sie ist sehr bekannt für die Preskarjeva bajta genannten Hirtenhütten. Leider hängen die Wolken tief, aber die schöne Atmosphäre der Alp spüren wir trotzdem. Wir machen einen längeren Rundgang über die Alp. Abgesehen von ein paar weiteren Touristen ist es ziemlich still. In ein paar Wochen wir es vermutlich mehr Besucher haben und auch die Kühe werden dann hier sein. Kurz bevor wir die Seilbahn erreichen beginnt es wieder einmal heftig zu regnen. Wir warten unter dem Dach einer Hütte das Gröbste ab und gondeln dann wieder hinunter ins Tal.

Wir fahren weiter in das Tal hinein bis die Strasse bei einem grossen Parkplatz endet. Ein kleiner Teil der nebenan liegenden Beiz ist offen. Um unsere knurrenden Mägen zu beruhigen trinken wir einen Kaffee und essen einen Strudel. Dann fragen wir auch gleich noch nett, ob wir auf dem PP übernachten dürfen. Die Antwort ist ja und so bleiben wir hier. Gemäss Google ist es zwar ein Landschaftsschutzgebiet. Aber wir haben das OK der Beiz und Verbotsschilder hat es auch keine. 

Gleich gegenüber des PP ist die Quelle der Kamniske Bistrica. Das Wasser fliesst zuerst in einen schönen Teich, bevor es weiter das Tal hinaus fliesst. Wir warten ein wenig ab, bis die meisten Leute gegangen und versuchen dann ein paar schöne Fotos zu machen. Dann ist der Tag auch schon fast vorbei. 

 

Übernachten

Ort: Izvir Kamniske Bistrice

Typ: Freistehplatz

Koordinaten: 46.3271 14.5893

Bemerkung: Wir haben vorher sicherheitshalber im Rest. gefragt